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HintergründeKraftwerke gefährden unser TrinkwasserDie beiden Stromkonzerne Steweag-Steg und Verbund planen in der Realisierung der Staukette zwischen Leoben und Spielfeld zwei Wasserkraftwerke in unmittelbarer Umgebung zweier Wasseranlagen der Graz AG. Diese Wasseranlagen sind einerseits das Wasserwerk Friesach im Norden von Graz und das Wasserwerk Feldkirchen im Süden von Graz, welches der Notfall-Versorgung der Stadt Graz mit unbehandeltem Trinkwasser dient. Durch die Realisierung der beiden Kraftwerke ist der Betrieb der beiden Wasseranlagen durch verschiedene Faktoren bedroht. Das Wasserwerk Friesach deckt zu 40% den Wasserbedarfes der Stadt Graz und ist somit neben dem Wasserwerk Andritz und dem Wasserbezug von der ZWHS mit je 30% Anteil das wichtigste Wasserwerk für die Versorgung der Stadt Graz. Im Falle eines Störfalles dient das Wasserwerk Feldkirchen der Graz AG als Notfall-Reserve zur Deckung der Wasserversorgung der Grazer Bevölkerung. Möglichkeiten für einen Störfall in der Versorgung der Stadt Graz mit Trinkwasser gibt es zur Genüge. Die Ursachen für einen Ausfall der Transportleitung Friesach – Graz sind vielseitig, sie reichen von Leitungsbrüchen über Verunreinigungen in der Trinkwassergewinnung bis hin zu Sabotageakten. Während des zweijährigen Baus des Kraftwerkes Gössendorf besteht die unmittelbare Gefahr, dass die Wasseranlage Feldkirchen komplett für die Funktion der Notfall-Versorgung der Stadt Graz mit unbehandeltem Trinkwasser ausfällt. Sollte es in diesem Zeitraum zu einem Störfall in der Trinkwasserversorgung der Graz AG im Norden von Graz kommen, kann die Versorgungssicherheit der Stadt Graz für maximal 24 Stunden aufrecht erhalten werden. Nach diesen 24 Stunden müsste die Bevölkerung der Stadt Graz über die Gefahren des Konsums von verunreinigtem Trinkwasser aufgeklärt werden, damit keine gesundheitlichen Gefahren für die Grazer Bevölkerung bestehen. Woher das Trinkwasser für Grazerinnen und Grazer dann kommen soll, kann nicht beantwortet werden. Bei einem gleichzeitigen Ausfall beider Werke Stübing und Feldkirchen, oder auch nur einer entsprechenden Einschränkung der Förderung in beiden Wasseranlagen, ist eine Versorgung der Stadt Graz nicht mehr möglich! Unkalkulierbares Risiko Die Auswirkungen des Kraftwerksbaus, der steuerbaren Begleitdrainage und anderer mit dem Kraftwerksbau verbundenen Maßnahmen, können zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau abgeschätzt werden. Erste Auswirkungen der Kraftwerke auf die Trinkwasseranlagen bzw. die Funktionsfähigkeit der angedachten Maßnahmen können erst während oder nach dem Bau tatsächlich beurteilt werden. In einer Stellungnahme der Graz AG verfasst von DI Nickl und DI Dr. Schmölzer wird von verschiedenen Gefährdungspotentialen durch den Bau der Wasserkraftwerke gesprochen.
Stadtregierung ist verantwortlich An dieser Stelle beginnt die Verantwortung der Grazer Politik. Gewählt durch die Bevölkerung haben sie den Auftrag, die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser zu gewährleisten. Speziell Mag. Siegfried Nagl, Bürgermeister und selbst Vorstandsvorsitzender des Aufsichtsrates der Graz AG sowie Lisa Rücker, Vizebürgermeisterin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Graz AG als auch alle durch das Volk gewählten Gemeinderäte der Stadt Graz müssen sich ihrer Verantwortung bewusst werden. Am 24.September 2009 wird im Gemeinderat der Stadt Graz über das Abtreten verschiedener Rechte der Stadt Graz an den Grundstücken der Grazer Bau- und Grünlandsicherungsges.m.b.H. (GBG) abgestimmt. Diese Rechte umfassen unter anderem das Wieder- und Vorkaufsrecht der Stadt Graz an den Grundstücken der GBG. Sollten diese Rechte abgetreten werden, verkauft die GBG ihre Grundstücke an die Stromkonzerne Steweag-Steg und Verbund. Dem Bau des Wasserkraftwerkes Gössendorf mit seinen potentiell katastrophalen Auswirkungen auf die Wasseranlage Feldkirchen stünde somit nichts mehr im Weg. An diesem Tag entscheidet die Grazer Stadtpolitik, ob die Notfallversorgung der Grazer Bevölkerung mit Trinkwasser durch die Graz AG zu 100% erhalten werden kann. Sollten diese Rechte abgetreten werden, steht die lückenlose Versorgung mit unbehandeltem Trinkwasser der Stadt Graz auf dem Spiel. Wasser ist unser höchstes Gut Wir fordern daher die Politiker der Stadt Graz auf, mit unserem wertvollen Trinkwasser keine Experimente zu machen und zu ihrer Verantwortung gegenüber den Grazerinnen und Grazer zu stehen. In Zeiten des beginnenden, bereits spürbaren Klimawandels gewinnt die Sicherheit der Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser immer mehr an Bedeutung. Gerade jetzt stehen wir unseren Kindern als auch den nachfolgenden Generationen in der Pflicht, ihnen die Versorgung mit lebensnotwendigem Trinkwasser für die Zukunft zu sichern. Entscheiden Sie sich für unser Trinkwasser – entscheiden Sie sich für unsere Zukunft. |
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